Reinhard Nöhammer, A-2095 Drosendorf, Wolfsbach 9, Mobil: 0664-115 36 19       e-Mail: info@dekorationsmalerei.at

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Reinhard Nöhammer
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Holzmalerei, Holzimitation auch lasieren, fladern oder als maserieren bezeichnet ist eine Technik durch die sich die verschiedensten Holzarten täuschend echt nachahmen lassen. Reinhard Nöhammer Dekorationsmaler Dekorationsmalerei Wien Niederösterreich Waldviertel Österreich

Dekorationsmaler Dekorationsmalerei

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Die Schablonenmalerei im Malerhandwerk



Die Schablonenmalerei ist eine schon seit jeher angewandte Maltechnik. Wie alt Sie genau ist lässt sich nicht wirklich sagen. Man findet Sie in verschiedenen Formen und Ausführungen von der Antike bis heute auf fast allen Kontinenten.


historische Schablone
Zur Abbildung: Schablone in 4 Schlägen auf Karton aufschabloniert. Vermutlich hat dieser Karton als Muster für einen Kunden gedient.
Als Schlag wird das einzelne Schablonenblatt bezeichnet aus dem sich das ganze Motiv zusammenfügt.
Jeder Schlag wird mit einer anderen Farbe schabloniert.



Die Gestaltung mit Schablonen spielte auch im 19. Jahrhundert eine besondere Rolle für den Dekorationsmaler. Aber nicht jeder Maler war damals mit der Schablonenmalerei einverstanden. Formgewandte Maler lehnten diese Technik strikt ab weil sie das Sterben des Malerhandwerks dadurch befürchteten. Noch stärker war diese Befürchtung als in den 1930 Jahren eine Schablone aus Zinkblech auf den Markt erschien. Mit dieser Schablone aus Zinkblech wurden Ornamente durch wischen oder granieren mit dem Pinsel auf den Untergrund übertragen. In Fachkreisen meinte man das jeder – wörtlich – Nichtskönner mit so einem Stück Zinkblech malen, schmücken und verzieren könne.



Zurück zum 19. Jahrhundert

Historische Schablonenvorlagen, Vorlagenwerk für Schablonen Historische Wandschablonen
Vorlagenwerk aus dem 19. Jahrhundert. Schablonen in natürlicher Größe für Wand, Decke, und Säule von Ernst Händel. Zum Gebrauch für Dekorationsmaler, Tapetenfabrikanten und Teppichwirker sowie als Vorlage für Gewerbeschulen. Zweite Folge von demselben Verfasser "Schablonenmalerei des Mittelalters" - 1873. Bild rechts zeigt einen Ausschnitt aus einer inliegenden Vorlage für den Handwerker.



Anfangs schnitten sich die Dekorationsmaler ihre Schablonen nach eigen Entwürfen oder nach Entwürfen aus Fachzeitschriften oder einen zur damaliger Zeit erhältlichem Vorlagenwerk – Abbildung dazu oberhalb - noch selbst. Um die Jahrhundertwende entstanden Firmen die Schablonen fertigten und vertrieben. In Wien z. B. Die Firma Wolfrum Malerschablonen oder Danubia – künstlerische Malerschablonen. Solche Firmen lieferten im Laufe der Zeit eine Unzahl an verschiedenen Schablonenmuster bzw. Schablonen – Wandschablonen, Damastschablonen, Deckenschablonen, plastische Schablonen, Portüren, sogar Schablonen mit Holzmaserungen für die Holzimitation wurden produziert.



Malerschablonen für Dekorationsmaler Danubia Malerschablonen Muster historische Schablonenmuster
Musterbücher für den Handwerker zum beziehen der fertigen Malerschablonen. Links Wolfrum Malerschablonen – Fabrik aus Wien und mittig Danubia - künstlerische Malerschablonen ebenfalls in Wien. Rechts eine Abbildung von Schablonenmustern der Firma Danubia.



Für die Schablonenherstellung wurde entweder eine Schablonenschneidemaschine benutzt oder von Hand mit einem Schablonenmesser ausgeschnitten. Die klassischen Malerschablonen waren aus einem speziellen Ölpapier gefertigt und wurden zusätzlich noch mit Ölfarbe gestrichen. Durch den elastischen Anstrich mit Ölfarbe konnten solche Schablonen beim schablonieren auch in Ecken gedrückt werden ohne dabei zu brechen oder anders Schaden zu nehmen. Für die richtige Aufbewahrung von solchen Malerschablonen gab es für den Maler eigene Schablonenhalter zu beziehen. In enger Verbindung zum schablonieren steht das linieren.

Schabloniert und liniert wurde meist mit Knochenleim. Der Untergrund für die Schablonenmalerei wurde häufig mit Leimfarbe oder Kalkfarbe dafür vorbereitet. Aber auch andere Bindemittel wie Temperafarbe oder Kaseinfarbe wurde vom Maler bei der Ausführung der Schablonenmalerei verwendet. Besonders schöne Ergebnisse sind mit Kaseinfarbe zu erzielen.



Foto Maler mit Schblonierwerkzeug
Bild zeigt eine Gruppe Maler – Zimmer und Dekorationsmaler - bei der Schablonenmalerei.
Zu sehen sind auch die alten großen Schablonierpinsel (Patronierpinsel).
Einer der Maler ist mit Linierpinsel und Malerlineal ausgestattet.



Alte Maler bzw. Malermeister mit denen ich mich über die Schablonenmalerei unterhalten habe sprachen oft vom Patronieren. Eine alte österreichische Bezeichnung für die Schablonenmalerei. Auch der Schablonenpinsel oder besser Schablonierpinsel wurde von Ihnen als Patronierpinsel bezeichnet.



historischer Schablonierpinsel Abbildung Schablonierpinsel historische schablonenmesser
Linkes Bild: Ausschnitt aus einen sehr alten Pinselkatalog für Maler. Bild zeigt den Schablonierpinsel mit der alten Bezeichnung Patronierscheibenpinsel. Bild Mitte: historische Schablonenpinsel. Rechtes Bild zeigt alte Schablonenmesser für das schneiden der Malerschablone.



Eine Besonderheit in der Schablonenmalerei war das imitieren einer Seidentapete auf Putz.
Auf einen in verschiedenen Farben changierend gestrichenen Untergrund - mit Seidenglanz behandelt - wurden Damast Muster schabloniert. Eine gute Ausführung war auf den ersten Blick kaum von einer echten Seidenwandbespannung zu unterscheiden. So ein Damastzimmer findet man im Gemeindeamt in Drosendorf. Das schablonierte Damastmuster wurde vom Maler noch zusätzlich mit einer Grauplastik (Scheinarchitektur) gefast.



Gemeindeamt in Drosendorf (www.Drosendorf.at). Imitation einer Seidentapete samt vorgetäuschten Stuck (Grauplastik).
Bild links Imitation Seidentapete - Damastzimmer
Bild Mitte: zeigt das durch den Seidenglanz schillernde Damastmuster
Bild rechts Damastmuster mit Grauplastik



Anfang des 20. Jahrhunderts ging man von den üppigen Schablonenmustern weg zu luftigeren, geschwungen Mustern - Artniveau oder Jugendstil. In den 20er Jahren verlor die Schablonenmalerei immer mehr an Bedeutung. Eine neue "moderne" Art von Schablonenmalerei flackerte noch einmal kurz auf – die Spritzschablone. Schablonenmuster wurden mit einfachen Spritzapparaten auf die Wand gespritzt.



Spritzgerät für Schablonen, Schablonenspritzgerät Spritzschablone fertiges Motiv Maler beim Auftragen der Spritzschablone

Das linkes Bild zeigt das Spritzgerät mit dem die Farbe über die Spritzschablone auf die Wandfläche gespritzt wurde, oberhalb die Schablone
Bild Mitte zeigt einen Entwurf für eine Raumgestaltung mit einer Spritzschablone
Rechtes Bild: zwei Maler beim schablonieren mit dem Spritzapparat.



Ganz ist die Schablonenmalerei allerdings nie abgekommen. Vor allem in der ländlichen Gegend kenne ich einige alte Malermeister die Ihr altes Schablonenwerk bis heute gepflegt haben und regelmäßig beim Kunden in Verwendung haben. Im letzten Jahrzehnt sind wieder Malerschablonen im Malerfachhandel angeboten worden.



Weiters einige Abbildungen von Wandschablonen, Schablonenmustern und Vorlagen usw. aus meiner Sammlung.


Schablonenvorlage für ein Kinderzimmer
Vermutlich ein Muster für einen Kunden – schabloniert auf Papier. Eine mehrschlägige Schablone für ein Kinderzimmer.



Draperie Wandgestaltung Wandgestaltung Schablonen
Diese alten Musterblätter für den Maler zeigen drei unterschieliche Möglichkeiten für die Wandgestaltung mit Schablonen. Bild links Schablonierte Draperie. - Das Bild zeigt die Vorlage für den Kunden. Dazu hatte der Dekorationsmaler die Schablonen zur Ausführung der zu malenden Draperie auf den Wänden. Mittleres Bild zeigt eine klassische Schablone (Portüre) mit Edelweiß. Die Wandflächen darunter sind gemodelt (Modlertechnik) und zusätzlich noch liniert. Rechts Bild: Vorlage für eine klassische Wandgestaltung mittels der Schablone (Wandschablone) - ebenfalls liniert. Die nächsten zwei Abbildungen zeigen zwei solche Wandschablonen die der Maler für solche Ausführungen verwendet hat.



Wandschablone Wand Schablone
Zwei historische Wandschablonen. Linke Schablone hat eine Größe von ca. 65x90 cm, die rechte Schablone ca. 66x70 cm. Mit solchen Wandschablonen wurden vom Maler Wände vollständig ornamentiert bzw. schabloniert. Der Untergrund für so eine Schablonenmalerei war meistens mit Kalkfarbe oder Leimfarbe vorbereitet – gestrichen. Schabloniert und liniert wurde darauf meist mit Knochenleimfarbe. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verwendete der Dekorationsmaler gerne Emulsionsfarben aus Milch, Ei und Nussöl. So eine Emulsion ließ sich gut verarbeiten und war nach dem trocknen nicht spröde – bestens geeignet für den Kalkfarben – oder Leimfarbenuntergrund.



Wandschablone
Wandschablone in mehreren Schlägen. Motiv für eine Weinstube.



Portüre, Wandportüre
Schablonierte Portüre – Muster auf Papier für den Kunden. Dahinter die 5 Schablonen die in der richtigen Reihenfolge aufschabloniert das abgebildete Schablonenmuster ergeben. Die Portüre stellt eine Grauplastik (Buntplastik) dar.



Wandschablone mit Motiv Edelweiß und Enzian
Klassische Portüre – Schablone Edelweiß und Enzian einliniert und mit darunterliegendem Walzmuster. Diese Schablone war nach dem Krieg der Renner. Oft war auch noch der Almrausch mit dabei. Edelweiß Enzian und Almrausch – durfte bei keinem Malermeister in seiner Schablonensammlung fehlen.





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